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Zur Situation von Schülern mit ADHS
Schüler mit ADHS sind genau so intelligent wie andere auch - und doch sind
ihre Zeugnisnoten nicht so gut, wie sie sein könnten. Ihr Intelligenzprofil
weist in einigen Bereichen große Stärken, in anderen dafür große Schwächen
auf. Meist sind das genau die Bereiche, denen seitens der Schule der größte
Wert beigemessen wird - Zahlenreihen im Kopf behalten, genaues, strukturiertes
Arbeiten, alle "linkshirnigen" Aktivitäten.
Die besonderen Talente und Fähigkeiten eines Menschen mit ADHS, der mit seiner
Kreativität und Originalität eher "rechtshirnig" funktioniert,
finden im Rahmen der Leistungsbewertung und des herrschenden Leistungsbegriffs
wenig Boden.
Das größte Problem von Schülern mit ADHS ist jedoch ihre völlige
Motivationsabhängigkeit - mögen sie das Fach und den Lehrer, klappt es ganz
gut, ist das Fach aber für sie subjektiv langweilig oder der Kontakt zum Lehrer
nicht optimal, sacken Leistungsbereitschaft und Mitarbeit im Unterricht stark
ab.
Ein weiteres Problem besteht im kleinen Kurzzeitspeicher. Schüler mit ADHS
brauchen erheblich mehr Wiederholungen des Lernstoffs, um Inhalte dauerhaft
abspeichern zu können. Dieses hohe Automatisierungsniveau wird heute in der
modernen Grundschulpädagogik nicht erreicht. So entstehen schon in der
Grundschulzeit Lernlücken.
Ein nicht sicher beherrschtes Einmaleins zieht in späteren Schuljahren Probleme
beim Bruchrechnen nach sich.
Lückenhaftes Rechtschreibwissen spielt in die Benotung eines jeden Faches
hinein.
Die Lehrer stört aber weniger die unzureichende Leistung, als vielmehr das oft
ungeschickte Verhalten von Schülern mit ADHS. Sie rufen rein statt sich zu
melden, vergessen Materialien und Hausaufgaben, verbreiten Unruhe, manche sind
ständig in Streitereien verwickelt. Auch diese Dinge wirken sich negativ auf
die Zensur aus.
So arbeite ich als Lerncoach für Schüler mit ADHS:
Zunächst analysiere ich die individuellen Schwierigkeiten, dann wählen wir das passende
Vorgehen:
 | "linkshirnige" Aktivitäten einüben - ordentliche Heftführung, Organisation der Unterrichtsmaterialien,
Anfertigung von Mitschriften |
 | "rechtshirnige" Fähigkeiten gezielt für das Lernen nutzen - Mindmaps
zur Strukturierung von Lernstoff, mit allen Sinnen Lerninhalte besser verknüpfen |
 | Motivationsaufbau mit
Verstärkerprogrammen, Lern-, Lebens- und Erlebenszeit innerhalb eines Wochenplans
festhalten |
 | Elternanleitung, gute Lernsoftware,
vernünftiger Arbeitsplatz |
 | Ziele und Teilschritte im großen "Schlachtplan" formulieren, sich strategisch klug
verhalten, die mündliche
Mitarbeit steigern |
 | ein Time-System führen - wie Chefs und Manager, denn noch fehlt die Sekretärin! |
 | Rückmeldesysteme mit kooperationswilligen Lehrern zur Dokumentation der Fortschritte in den Bereichen Lernen, Verhalten und Organisation |
 | Lernlücken identifizieren und schließen, hilfreiche
Lernmethoden und Lerntechniken einüben |
 | mit dem Biofeedbackgerät den Schulstress besiegen |
 | durch Neurofeedack die ADHS-Symptome verringern und ganz
allgemein die KOnzentrationsfähigkeit steigern |
So lernt der Schüler nach und nach, seine Lebens- und Lernzeit zunehmend
selbstverantwortlich zu gestalten.
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